Was ist los mit den Konservativen? Der Wahlkampfauftritt der CDU erinnert fatal an die „Leistung“ des FC Bayern vom Samstagabend: Keine Überzeugungskraft, kein Kampfgeist, kein klares Ziel vor Augen.
Eine einzige Katastrophe ist die Kommunikation der CDU. Sie schafft es überhaupt nicht mehr, Themen zu platzieren, geschweige denn überzeugende Botschaften im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. So ist es der politischen Linken ein Leichtes, ihr Verarmungs- und Gerechtigkeitslamento zu verbreiten. Die CDU ist nicht mehr Kampagnefähig. Symtomatisch hierfür der „Spitzen“-Kandidat. Die personifizierte Unglaubwürdigkeit. Ein Politiker von der „Qualität“, die für den Niedergang der Volksparteien sorgt.
Röttgen ist einer von den Politikern, die noch nie ernsthaft einen bürgerlichen Beruf ausgeübt haben. Kurz nach dem Staatexamen als Jurist saß er im deutschen Bundestag. Es ist sicher kein Zufall, dass diese Sorte Politiker nicht dauerhaft erfolgreich sind. Man merkt ihnen den Mangel an Bodenhaftung an.
Dafür typisch ist, dass der Kandidat kein Risiko eingeht: er fällt weich zurück in sein Berliner Ministeramt. Und der erleichtert wirkende fluchtartige Rücktritt am Wahlabend stellt nachträglich unter Beweis, dass dieses Personalangebot der CDU eine Verhöhnung der Wähler darstellte.
Der Erosionsprozess, der auch in Hilden in der Form stattfindet, dass immer mehr Konservative ihr Engagement in der CDU aufgeben, scheint unaufhaltsam. Die Heimatlosen schleppen sich zwar möglicherweise noch selbst zur Wahl, die Zugwirkung auf ihr Umfeld schwindet aber dahin.
Mit dramatischen Folgen für das bürgerliche Lager. Selbst das Überleben der FDP, teuer von der CDU mit 6 -8% der Zweitstimmen erkauft, verhindert nicht die absolute Mehrheit von Rot/Grün. Und dies vor dem Hintergrund dass auch noch die Piraten 7-8 % aus dem Topf genommen haben.
Und hier im Wahlkreis? Die in Hilden auftretenden Kandidaten schwächlich, farblos, müde? Der Wahlkampf wie immer: Ostereier, Kugelschreiber, Blumen. Themen? Aufreger? Fehlanzeige. Den durchsichtigen Versuch mit der Pipeline -halbherzig vorgetragen- konnte auch niemand so richtig ernst nehmen.
Starke Wahlämpfer sind weg. Rausgekelt, weg gebissen von einer dumpfen Mehrheit, geschmiedet von limitierten Figuren mit starrem Blick auf Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder.
Es ist mehr als eine Vermutung, dass die Unfähigkeit der Hildener CDU dem Abgeordneten Clauser die fehlenden 400 Stimmen und das Mandat gekostet haben.
